Das Hügelland

Die drei Schwestern Der große Strom Die Wulfen


 

Bericht eines Händlers über die Nomadenstämme in den Weiten Hügeln, südlich des Walls

Dieses primitiv erscheinende Menschenvolk, welches im Süden des Walls lebt, setzt sich aus sehr religiösen, naturverbundenen, familiären Stämmen zusammen. Jeder Stamm hat zwischen 15 und 20 Familien, die eine recht einfache hierarchische Struktur besitzen. Sie betreiben einen regen Handel untereinander. Je weiter sich diese Stämme von dem Gebirge entfernen, desto reger wird ihr Handel.
Sie leben in kleinen Siedlungen. Die Hütten sind v-förmig angeordnet, wobei die Hütte des Schamanen immer an der Spitze des V´s zu finden ist. Jede Familie bewohnt mit allen Generationen ein Holzhaus, ähnlich wie man es von den Nordmännern gehört hat. Jede Familie scheint sich auf ein anderes Gebiet der Nahrungsgewinnung spezialisiert zu haben. Die einen betreiben Ackerbau, die anderen Viehzucht. In der Mitte der Siedlungen befindet sich eine große Feuerstelle, in welcher die meiste Zeit jedoch kein Feuer brennt. Auf mein Fragen hin erzählte man mir, dass dies der Ort für die heiligen Rituale des Schamanen sei.

Jede Siedlung wird von einem Ältestenrat regiert, welcher sich immer aus den fünf Ältesten des Dorfes zusammensetzt, jedoch darf aus jeder Familie je nur einer dem Rat beiwohnen. Dieser Rat ist für das Wohl eines jeden Stammesmitgliedes verantwortlich. Sie entscheiden sowohl über die Geschicke des gesamten Stammes, als auch über das Wohl eines jeden Einzelnen. Gleichzeitig stellt der Rat eine Art Gerichtsbarkeit dar..

Der Schamane nimmt in den Stämmen eine Ausnahmefunktion ein. Er dient zum einen als Oberster Berater des Rates, als auch als Heiler des Stammes. Sie nennen ihn die Stimme der Götter, er soll angeblich in der Lage sein, mit ihren Göttern in Kontakt zu treten.

Auf den Schamanen in dem von mir besuchten Stamm möchte ich etwas ausführlicher eingehen. Schon seit vielen Jahren bereise ich die Stämme, denn es sind seit jeher gute Handelspartner. Sie liefern Felle von herausragender Qualität. Doch all die Jahre blieben mir die Einblicke in die Geheimnisse der Schamanen verborgen.
Bei meinem letzten Besuch erzählte mir ein Mitglied des Ältestenrates von einer seltsamen Krankheit. Da ich wusste, dass der Schamane auch gleichzeitig der Heiler in diesen Stämmen ist, bat ich ihn, mich mit ihm unterhalten zu dürfen.
Man gewährte mir meine Bitte und schnell war klar, dass es sich bei dieser Krankheit um eine ganz gewöhnliche, leicht zu behandelnde Brachuskrankheit handelte. Ich versprach ihm bei meinem nächsten Besuch ein Heilmittel mitzubringen. Aus Dankbarkeit gewährte er mir einen kleinen Einblick in sein Tun.
Er erzählte, dass jeder Schamane über ein heiliges Tier verfüge, eine Art Totem. Durch ein Ritual sei er in der Lage seinen Geist mit dem des Tieres zu verschmelzen. Er könne durch die Augen des Tieres sehen und durch dessen Ohren hören.
Er erzählte von einem heiligen Ort, der von allen Stämmen verehrt werde. Zweimal im Jahr versammeln sich dort die Schamanen aller Stämme, egal ob sich die Stämme im Krieg untereinander befinden oder nicht.
Bei diesen Versammlungen wird ein Ritual zu Ehren der Fasam, der göttlichen Familie durchgeführt. Bei diesem Ritual wird eines der heiligen Tiere geopfert. Die Lebensenergie des Tieres soll auf die anwesenden Schamanen übergehen. So erzählte er mir, er sei schon über 120 Jahre alt. Jeder Schamane erkenne selbst, wenn es an der Zeit ist zu gehen und die Götter ihn zu sich rufen.
Auf mein Fragen hin, was genau denn die göttliche Familie sei, erzählte er mir, dass es sich dabei um die Urmutter und den Urvater handle. Genau habe ich das leider nicht verstanden. Jedoch sollen sie der Ursprung der Menschen sein. Ragfal und Myral sollen Urmutter und Urvater sein, Wulthes der Kriegsgott ist einer der Söhne, genau wie Fyrmus, Gott der Sonne und Lypthus, der Schutzgott.
Über die genauere Geschichte der Stämme ist nur wenig bekannt, da alle Geschichten nur mündlich überliefert werden. Jedoch ist es erstaunlich, wie jedes der Kinder eines Stammes die Legenden wiedergeben kann.
Alles in Allem eine recht faszinierende Kultur.


Armenis Jakobi, Händler und Peristor der Handelsgilde zu Wedlund.
Ano 702 n.D.

 

Zurück zur Startseite